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Christopher Hitchens, 1949-2011

Christopher_Hitchens_cropMan kann über Christopher Hitchens denken, was man möchte. Hitchens polarisierte die Massen und nicht jede seiner unkonventionellen Ideen eignete sich, einer breiten Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Zeit seines Lebens war er darauf aus, Hierarchien zum Einstürzen zu bringen, Autorität zu entthronen, die Welt zu verbessern. Vor nichts macht er halt, nicht vor Mutter Theresa und schon gar nicht vor Gott. Er verteidigte rechte Ikonen wie Margaret Thatcher und griff linke wie Bill Clinton an – und er war gegen alle linken Widerstände für den Irak-Krieg. Aber er kämpfte für seine Überzeugungen, bis zum Schluss. Heute verlor er seinen letzten Kampf.

Seit einigen Monaten wussten wir von seiner Krankheit, seit 2010 sprach und schrieb er offen über den Krebs. An seiner Meinung über Religion änderte die Krankheit nichts und er enttäuschte die Hoffnung derer, die glaubten, er werde zum Schluss doch noch konvertieren. Auch seiner Liebe für Alkohol und Zigaretten schwor er nicht ab. So sagte er in einem Interview, dass jedes Mittel recht sei, um sich noch tiefer in ein Argument hinein zu arbeiten, bis in die Nacht, wenn es sein müsse. Für Hitchens gab es kein Leben ohne Parties, “ohne die zweite Flasche.”

Diese kontroverse Einstellung war die Grundlage für die Hassliebe, die ihn mit den Medien verband. Er wurde gefeiert und gefürchtet, immer war er mitten drin wenn es darum ging, Diskussionen neu anzufachen, neue Denkanstöße zu geben. Als gern gesehener Gast in Talk-Shows arbeitete sich manch Kritiker erfolglos an ihm ab. Er schrieb für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, bereiste die Welt und fand sein letztes zuhause in den USA.