Das Ende des Kapitalismus?

250px-Standard&Poors.svgJetzt ist es also tatsächlich passiert. Standard & Poors, die berühmt-berüchtigte Rating-Agentur, hat amerikanischen Staatsanleihen zum ersten Mal in der Geschichte das Top-Rating entzogen. Unter Berufung auf den politischen Stillstand, der zur Zeit zwischen Republikanern, Demokraten und Obama herrscht, warnte Standard & Poors ausserdem, dass weitere Herabstufungen folgen werden, wenn sich die Dinge nicht ändern. Davor hatten sich alle gefürchtet und wir sind gespannt, ob tatsächlich ernste Konsequenzen für die USA eintreten. Es scheint wahrhaftig so, als würden die größten Fische jetzt Opfer ihres eigenen, größenwahnsinnigen Systems.Denn: Was wir im Moment erleben, ist der Niedergang des westlichen Kapitalismus so wie wir ihn bis jetzt kannten, eines Kapitalismus, der mit Geld spekulierte, dass wir niemals besaßen. Laut waren die Stimmen, die sagten, wir könnten doch so nicht weitermachen. Keiner hat auf sie gehört und jetzt zeigt sich, dass sie recht hatten. Dabei geht es gar nicht um progressiv gegen konservativ, links gegen rechts oder mehr Staat gegen weniger Staat. Es geht um die Abhängigkeit vom Wachstum, die an den Finanzmärkten, in Regierungen und auch in vielen kleinen Unternehmen das Denken bestimmt. Größer, besser, reicher. Es ist eine Spirale der Sucht, der wir uns nicht entziehen können. Wir sind pleite, haben Schulden, eine Hypothek auf dem Haus. Und die einzige Hoffnung der Europäer und Amerikaner ist, dass die Chinesen genau so abhängig von uns sind, wie wir von ihnen.

Es ist ein spannender Augenblick in der Weltgeschichte und wir sind live dabei, um zu erleben, wie sich wieder einmal die globalen Hegemonien verschieben. China hat uns schon überholt, Indien, Brasilien, Indonesien und viele andere “Schwellenländer” warten nur darauf, unseren Platz einzunehmen. Inzwischen hat jeder mit einfachem Verständnis der globalen Wirtschaft erkannt, dass etwas geschehen muss. Und das etwas passieren wird.

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